Nach einer ruhigen Nacht in Benodet weckt mich der auf Ludwig prasselnde Regen. Die Temperatur beträgt 16 Grad.

Ich verschiebe das Frühstück und mache mich um 7:30 auf den Weg nach Quimper. Mit etwas über 60.000 Einwohnern ist es die drittgrößte Stadt der Bretagne. Ich hoffe, am Kai in der Nähe des Zentrums einen Parkplatz zu bekommen, wenn ich früh dort bin. In Stadtnähe sind schon viele Autos unterwegs, und ich freue mich (NICHT!), meine Lieblinge, nämlich Straßen mit zwei Fahrspuren in jede Richtung und zweispurige Kreisverkehre, bei denen ich bis zur dritten oder vierten Ausfahrt gelangen muss, fahren zu dürfen. Links sehe ich die anvisierten Parkplätze, aber da komme ich nicht hinüber. Ich suche eine Gelegenheit, links abzubiegen und in die Gegenrichtung zu fahren, und schaffe es tatsächlich, einen Parkplatz zu bekommen, der eigentlich für einen PKW gedacht ist (Ludwig steht aber mit allen Rädern innerhalb der Linien, nur die Schnauze reicht leicht in die Parkbucht vor ihm hinein, ein normal langes Auto hat dort aber noch ausreichend Platz). Ob ich hier aber auch wieder ausparken kann, wenn ich links und rechts zwischen anderen Fahrzeugen eingezwängt bin, ist eine Frage, die ich vorläufig nicht beantworten kann und will. Im schlechtesten Fall muss ich bis zum Abend in Quimper bleiben.

Ich lasse mir Zeit mit dem Frühstück. Die Regenzone soll laut Regenradar bis 10 Uhr abziehen, was auch tatsächlich passiert. Ich spaziere zuerst in Richtung einer Kirche im Stadtteil Locmaria, dann drehe ich um und marschiere ins relativ kleine Stadtzentrum. Zuerst - nicht zuletzt wegen des starken Autoverkehrs - habe ich das Gefühl, dass sich die Fahrt hierher nicht gelohnt hat. Das ändert sich aber, sobald ich das Zentrum mit der Kathedrale Saint-Corentin und den umliegenden alten Häusern erreiche. Dass hier viele Touristen unterwegs sind, könnte man wohl nur vermeiden, wenn man an einem Sonntag um spätestens 7 Uhr eintrifft. Die Lieferautos der Paketdienste sind allerdings lästig. Die Kathedrale macht um 12 Uhr Mittagspause - zum Glück bin ich mit der Besichtigung gerade fertig, als die Besucher vertrieben werden. Nachfolgend Fotos aus Quimper:













Um 12:45 bin ich bei Ludwig zurück. Ich lege eine Pause ein. Mein heutiges Mittagessen besteht aus einer Flasche Yfood.

Jetzt wird es interessant - schaffe ich es, ohne Blechsalat aus der Parklücke zu kommen? Ich fahre sehr langsam und vorsichtig ganz gerade rückwärts, bevor ich einlenke, ohne das Nachbarauto zu berühren, dann etwas vor und noch einmal zurück - geschafft! Bei einem Einkaufszentrum gibt es eine V+E-Station, wo ich den Abwassertank und den Urinkanister leere. Für Frischwasser braucht man einen Code, wobei ich nicht weiß, woher man den bekommt.

Da es im Einkaufszentrum einen Intermarche gibt, fülle ich meinen Vorrat an Wasser mit Kohlensäure auf. Berner gibt es nicht, aber ich entdecke eine 6er-Packung Knackis (dürften so etwas wie Frankfurter sein), die ich bisher nur in 10er-Packungen gesehen habe.

Mein nächstes Ziel ist Concarneau. Als ich Quimper verlasse, beginnt es zu regnen. Ich erreiche einen ziemlich vollen Tagesparkplatz nicht allzu weit von der Altstadt entfernt, wo am Rand einige WoMos stehen und ein Plätzchen für Ludwig frei ist.

Laut Regenradar hört es um ca. 15 Uhr zu regnen auf. Eine Viertelstunde später mache ich mich auf den Weg. Das Wetter ist aber nicht optimal. Ein feiner Sprühregen, der in der Regenradar-App nicht angezeigt wird, bewirkt eine hohe Luftfeuchtigkeit, und der Himmel ist eintönig grau. Ich gehe zunächst ins Zentrum (abseits der Altstadt), das mir nicht gefällt, obwohl es eine echte - allerdings kurze - Fußgängerzone gibt. Immerhin stoße ich auf einen Leuchtturm!, womit ich nicht gerechnet hatte. Das eigentliche Highlight von Concarneau ist die Altstadt, eine "Ville Close", eine geschlossene Stadt auf einer Insel im Hafen. Ich umrunde sie zunächst auf den Stadtmauern und gehe dann durch die zentrale Straße mit zahlreichen Souvenirläden und Restaurants. Trotz des mäßigen Wetters sind unzählige Touristen unterwegs - ich will mir nicht vorstellen, wie es hier an einem schönen Sommertag zugeht. Während ich von Quimper positiv überrascht wurde, ist die Altstadt von Concarneau zwar nett, aber ich hatte mehr erwartet. Ein paar Bilder:







Nach zwei Stunden bin ich bei Ludwig zurück. Ich fahre zu einem kleinen Stellplatz bei einem nicht sehr schönen Strand ein paar Kilometer südöstlich von Concarneau (laut Pocket Earth heißt er Plage de Ster-Greich), um hier die Nacht zu verbringen. Ein WoMo ist schon da, drei weitere kommen noch dazu.

Ich koche Topfenschmarrn mit Apfelmus.

Mein Weg durch Quimper:

Mein Weg durch Concarneau:

Meine Route:


Kilometerstand: 4057 km (54 km gefahren).