Obwohl nicht Sonntag ist, scheint die Sonne bei 14 Grad. Als ich gestern am Stellplatz ankam, habe ich mich gewundert, dass hier ein Autobus steht. Erst später wurde mir bewusst, dass es sich um ein WoMo handelt. Ich muss zwei Schritte zurück treten, um das Ungetüm aufs Foto bannen zu können.

Ich fahre nur wenige Kilometer bis Kerroc'h, wo ich Ludwig am Straßenrand parke.

Ich rechne mit einem kurzen Spaziergang zum Leuchtturm!, aber dann fällt mir auf, dass es auch einen Menhir gibt (kleiner als ich) und man an der Küste entlang wandern kann - das ergibt eine 5-km-Runde (siehe nachfolgende Fotos). Der kleine Leuchtturm! steht etwas verlassen in der Gegend, aber bei einem farbenprächtigen Sonnenuntergang müsste er ein schönes Motiv abgeben.





Inzwischen sind wieder Wolken aufgezogen, Regen wird aber erst für den Abend vorhergesagt. Ich gebe die Koordinaten des Schiffsfriedhofs Cimetiere de Bateaux ins Navi ein. Die Stadt Lorient (fast 60.000 Einwohner) umfahre ich größtenteils, was mich trotzdem zu einem dreispurigen Kreisel mit viel Verkehr führt, wo ich die vierte Ausfahrt nehmen soll - überlegen, ob ich auf die mittlere oder gar die innere Spur wechseln soll, die Straße vor Ludwig beobachten, die Rückspiegel links und rechts sowie den Navi-Bildschirm im Auge behalten und die Ausfahrten mitzählen ist Stress pur! Beim Schiffsfriedhof findet von 21. bis 30. Juni ein Theaterfestival statt.

Ich fotografiere die Schiffswracks und esse dann Baguette mit Mortadella und Käse zu Mittag.

In Riantec gleich östlich von Port-Louis stehen inmitten von Wohnhäusern in einer Entfernung von ca. 300 m voneinander zwei Leuchttürme!: der Phare de Poulfanc (seit 1913 nicht in Betrieb) ...

... und der Phare de Kerbel.

Ich beschließe, einen Blick nach Port Louis zu werfen. Es gibt zwei kostenpflichtige Stellplätze (zumindest der kleinere der beiden ist voll), die nur für langfristiges Parken inkl. Übernachtung sinnvoll sind. Alle anderen Parkplätze haben entweder Teppichstangen an der Einfahrt oder Parkverbot-Schilder für Fahrzeuge, die höher als 2,1 m sind. Ich hätte Ludwig zwar auf Parkstreifen entlang der Straßen untergebracht, aber besonders sehenswert wirkt die Stadt nicht - soll sie glücklich werden mit Touristen, deren Autos niedriger sind als 2,1 m! Ich fahre weiter nach Erdeven. Kurz hinter der Stadt befindet sich das Menhirfeld von Kerzerho, das weniger Touristen anzieht als Carnac, weshalb ich auf dem recht kleinen Parkplatz problemlos unterkomme.

In der Umgebung gibt es noch weitere steinzeitliche Artefakte, beispielsweise Dolmen oder Steinkreise. Eine 8 km lange Wanderung führt zu diesen, doch ist sie entweder schlecht markiert oder ich habe nicht genügend aufgepasst - jedenfalls weiß ich bald nicht, wohin ich gehen soll. Ich plane daher "on the fly" eine eigene Tour, die mich u.a. zum Schloss Keraveon und einigen Kapellen bringt. Lange gehe ich durch Wald und hätte mich nicht gewundert, das eine oder andere Wildschwein zu treffen (aber die wurden wahrscheinlich alle von den Bewohnern eines unbezwingbaren gallischen Dorfs am Ende ihrer Abenteuer verspeist). Es folgen etliche Kilometer auf wenig befahrenen Nebenstraßen. Auf schmalen Wald- und Feldwegen erschweren öfters Pfützen und schlammige Abschnitte das Vorwärtskommen. Zuletzt zeigt die iPhone-Wetter-App an, dass es regnet, aber zum Glück stimmt das nicht - das vom Atlantik heranziehende Regenband hat noch nicht einmal Brest erreicht. Nach vier Stunden und fast 19 km Fußmarsch bin ich kurz vor 19 Uhr wieder bei Ludwig. Während ich meine rauchenden Sohlen kühle (ich habe heute fast 35.000 Schritte absolviert, das könnte ein neuer Rekord sein), könnt ihr die Fotos betrachten:










Ich suche in Park4night einen Übernachtungsplatz. Beim SUPER U-Supermarkt in Plouharnel soll es erlaubt sein, den hinteren Teil des Parkplatzes zu benutzen. Wahrscheinlich stimmt das, aber ich hätte erwartet, das ein Schild darauf hinweist - was nicht der Fall ist. 900 m weiter befindet sich beim Kloster Sainte-Anne de Kergonan ein riesiger, ruhiger Parkplatz, wo sich ein paar WoMos schon malerisch verteilt haben. Ich suche einen Platz für Ludwig ...

... und esse die zweite Hälfte der 6er-Packung Knackis. Gegen 20 Uhr beginnt es zu regnen.

Meine Wanderung in Kerroc'h:

Meine Wanderung in Erdeven:

Meine Route:


Kilometerstand: 4231 km (68 km gefahren).